Dienstag, 21. Juni 2016

[Rezension] Tagwind - Der Bewahrer der Jahreszeiten

Titel: Tagwind - Der Bewahrer der Jahreszeiten
Originaltitel: Tagwind
Band: 04
AutorIn: Jennifer Wolf
Genre: Fantasy
Verlag: Impress
ISBN: 978-3-646-60227-2
Seiten: 244
Preis € [D]: 3,99 (Ebook)

"Ich verbrenne, bekomme kaum Luft. (...) Ich war immer... über alles erhaben. Jetzt laufen mir Tränen über die Wangen, weil ich nicht mehr kann. So viele endlose Jahre lang... nichts, nicht einmal ein Glimmen. Und nun?" [21%]


Maya
Ich werde wach, weil gequälte Laute an mein Ohr dringen. Mein Herz verkrampft. Nevis hat wieder einen Albtraum.

Ein vorletztes Mal nimmt uns die Autorin Jennifer Wolf mit nach Hemera, zu den Jahreszeiten und zu der Göttin Gaia. Eine spannende und schöne Liebesgeschichte erwartet die Leser mit "Tagwind - Der Bewahrer der Jahreszeiten".

"Ich lächele. »Herzweh«, antwortete ich. »Das ist noch schlimmer als Bauchweh.« [38%]"
**Abschied von Hemera und den Jahreszeiten...**

Yannis Tagwind zählt nicht nur zu den attraktivsten Junggesellen Hemeras, sondern ist auch mit Abstand der warmherzigste und liebenswerteste Mann, der jemals unter der Göttin Gaia gelebt hat. 

Mit einer bewundernswerten Fürsorglichkeit kümmert er sich neben seinen Geschwistern auch um das jüngste Götterkind der Jahreszeiten und würde sofort sein Leben für seine Familie geben. Während diese darauf hofft, dass er sich bald eine Frau sucht, gehört sein Herz jedoch jemandem, den er nicht lieben darf. 
Nicht nur trennen die beiden ganze Welten an gelebter Zeit, auch ist die Person dafür bekannt, niemandem jemals ihre Liebe geschenkt zu haben. Doch Yannis könnte den Lauf der gesamten Erdengeschichte ändern…
Zu Beginn fiel es mir schwer in die Geschichte reinzufinden. Nach einigen Seiten hat sich dies wieder gelegt und ich war wieder in Hemera angekommen und habe an der Seite von Yannis und Sol ihre Abenteuer miterlebt.

Jennifer Wolf hat einen lockeren und humorvollen Schreibstil, der unverwechselbar ist. Mit ihrer Liebe zum Detail zaubert sie eine neue göttliche Geschichte, in der dieses Mal der Sommergott Sol die Hauptrolle spielt. Sie haucht ihren Charakteren Leben ein und entführt ihre Leser nach Hemera - in Gaias Reich.
Das Buch erzählt sie aus der Ich-Perspektive - mal aus der Sicht von Yannis und mal aus der von Sol. Dadurch bekommt der Leser immer genügend Einblicke in die Gefühle und Gedanken der beiden Protagonisten.

Die wichtigste Botschaft der Autorin wird sehr schnell klar und deutlich. Jede Liebe, egal welcher Form, ist wundervoll und sollte von allen akzeptiert und unterstützt werden. Genau dieser Herausforderung müssen sich unsere Protagonisten Yannis und Sol stellen. 

Die Charaktere sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich musste mehr als einmal eine Träne unterdrücken, sosehr habe ich mit Yannis und Sol gefühlt. Dieses Mal kennt man bereits die meisten Charaktere aus der Geschichte. Anders als in den vorherigen Bänden, spielt "Tagwind" nur eine kleine Zeitspanne nach "Nachtblüte".

Yannis David "Tagwind" kennen wir bereits aus "Nachtblüte". Er ist der beste Freund von Ilea Nachtblüte und spielt nun die Hauptrolle in der neuen Geschichte. Er war mir in "Nachblüte" bereits sympathisch und auch nun erntet er viele neue Sympathiepunkte dazu.
Im Laufe des Buches muss er einiges über sich lernen, was ihm neu erscheint. Er muss lernen mit seinen neuen Gefühlen umzugehen und muss sich mehr als einer Herausforderung stellen.

Sol Sommer, der alte Sommergott, kommt in "Tagwind" viel sympathischer und freundlicher rüber, sodass ich ihn nun auch endlich in mein Herz geschlossen habe. Liebevoll kümmert er sich um die kleine Tochter Loira von Ilea und Aviv. Endlich zeigt er sein wahres Gesicht und öffnet sich. Seine Suche nach Liebe hat nach all den endlosen Jahren ein Ende gefunden, denn die Zeit ist gekommen, dass auch Sol glücklich werden soll.

Doch hat die Liebe der Beiden eine Chance?
In Hemera wird ihre Liebe nicht mit offenen Armen begrüßt, im Gegenteil ihnen wird das Leben erschwert und Steine in den Weg gelegt. Ihre Liebe wird aus kritischen Augen betrachtet und so dauert es, bis sie den Weg zu ihrem Glück bestreiten können.

Stets an der Seite von Yannis und Sol sind ihre Freunde und Familie. Vor allem die gute alte Nanny ließ mich das ein oder andere Mal mit ihrer Schlagfertigkeit schmunzeln.
In Caleb haben die Beiden einen treuen und guten Freund gefunden - und natürlich geht nichts über die Liebe einer Familie.

Die Handlung hat mir sehr gut gefallen. Es wurde ein schöner Spannungsbogen aufgebaut und mehr als einmal wurde die Richtung geändert. Durch die Wendungen blieb die Spannung stetig. Zudem war die Entwicklung der Charaktere sehr stark und authentisch.

Trotz meiner anfänglichen Zweifel konnte mich die Autorin Jennifer Wolf wieder ganz für sich gewinnen und in voller Linie überzeugen. Auch mit ihrem letzten Band zu ihren Jahreszeiten hat sie mich verblüfft. Ich habe vollkommen an den Seiten geklebt und konnte mich nur schwer lösen. Vielleicht auch, weil es eine der letzten Geschichten aus Hemera sein werden wird.

Das Ende, ein kleiner Epilog von Loira Götterkind, macht Lust auf eine weitere Geschichte von Hemera und den Jahreszeiten. Umso mehr freue ich mich auf das Spin-Off zur Reihe und freue mich, dann ein letztes Mal nach Hemera zu reisen.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge heißt es dann Lebewohl sagen.... von Gaia, Maya & Nevis, Dahlia & Jesien, Ilea & Aviv, Mae & Aspen und von Yannis & Sol. Es war schön mit euch und danke für die wundervollen Liebegeschichten aus Hemera 

Ich liebe diese Buchreihe!
So schön und voller Liebe... ausdrucksstarke und liebevolle Charaktere, ein lebendiger und humorvoller Schreibstil, wie auch eine gelungene Handlung machen "Tagwind" zu einem besonderen Buch. 

Nun heißt es Abschied nehmen von Hemera, den Jahrezeiten und ihren Erwählten, sowie der Göttin. Ein gelungener Abschluss! 

Lesenswert mit Luft nach Oben!
Verdiente 
5 von 5 Punkten für "Tagwind - Der Bewahrer der Jahreszeiten" von Jennifer Wolf



Jennifer Wolf lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in einem kleinen Dorf zwischen Bonn und Köln. Aufgewachsen ist sie bei ihren Großeltern und es war auch ihre Großmutter, die die Liebe zu Büchern in ihr weckte. Aus Platzmangel wurden nämlich alle Bücher in ihrem Kinderzimmer aufbewahrt und so war es unvermeidbar, dass sie irgendwann mal in eins hineinschaute. Als Jugendliche ärgerte sie sich immer häufiger über den Inhalt einiger Bücher, was mit der Zeit zu dem Entschluss führte, einfach eigene Geschichten zu schreiben.



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