Freitag, 26. Juni 2015

[Nenya asked] ... Mirjam H. Hueberli

Hallöchen liebe Bürcherwürmer <3

Endlich hatte ich Zeit, um mein nächstes Interview für euch vorzubereiten! Die schriftlichen Prüfungen sind geschafft (& bestanden :3). Jetzt fehlt nur noch die Praktische :D

Auf das heutige Interview freue ich mich sehr, denn ich durfte der lieben Mirjam H. Hueberli meine Fragen stellen!

Ein wunderschönes Interview und es hat riesigen Spaß gemacht und das liegt nicht nur daran, dass Mirjam eine sehr sympathische Person ist :)

Danke für die tollen Antworten liebe Mirjam <3




Liebe Mirjam,
würdest du dich kurz vorstellen?
Hallo miteinander, ich bin Mirjam und wohne in der schönen Schweiz … hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen, ja, so in etwa sieht die Landschaft rund um mich herum aus. Ich bin die Autorin von dem Jugendthriller „Gefrorenes Herz“,  der Comic Hunde-Romane (Plampi) und der Urban Fantasy Trilogie „PHOENICRUS“, wobei ich aktuell gerade noch an Band 3 tippe. 

Wie kamst du zum Schreiben? Wolltest du schon immer Autorin werden?
Tatsächlich wollte ich das nicht. Klar habe ich schon immer sehr gerne geschrieben (und auch gezeichnet), aber irgendwie war ich da eher ein Spätzünder. Erst als ich das Studium zur Online Redakteurin angefangen hatte – weil ich irgendwas mit Schreiben machen wollte – wurde mir klar, dass es das Schreiben von Geschichten selbst ist, was ich wirklich will. Und seit diesem Tag gehört es zu meinem Leben dazu, wie die Luft zum Atmen.
Die erste Veröffentlichung war im Jahr 2011 und zwar mit einer ziemlich düsteren Kurzgeschichte - „Nachtengel“, da war ich schon weit über dreißig ;)

Woher nimmst du deine Ideen für deine Bücher?
Oftmals habe ich das Gefühl, dass ich da gar nichts machen muss. Was ich damit sagen will, dass nicht ich die Ideen suche, sondern die Ideen mich. Und zwar auf die unterschiedlichste Art und Weise. Das kann zum Beispiel ein Traum sein, oder ein Song, den ich gerade im Radio höre, ein Bild, das meine Aufmerksamkeit erregt, ein Wort, das mich fasziniert, ein Gespräch am Bahnhof, das ich unweigerlich mitbekomme und und und … es ist also der ganz normale Alltagswahnsinn, in dem ich meine Inspiration finde. 

Bisher hast du bei Carlsen im.press drei Bücher veröffentlicht, sowie dein E-Short „Ewig und eine Stunde“ bei Carlsen bittersweet.
Wie war es für dich, als du erfahren hast, dass du deine Bücher beim Carlsen Verlag veröffentlichen wirst?
Als ich erfahren habe, dass Gefrorenes Herz bei Carlsen Impress veröffentlicht wird, schwebte ich ein paar Tagen wie auf Wolken. Das Glücksgefühl war unbeschreiblich und werde ich wohl nie mehr vergessen. Als ein paar Monate später die Lektorin auf mich zukam und mich fragte, ob ich meine Phoenicrus-Trilogie auch bei Carlsen Impress veröffentlichten möchte, musste ich nicht lange überlegen. Klar wollte ich und die Freude war ungebrochen!
Dass ich auch bei den BitterSweets mit dabei sein darf, darüber hab ich mich sehr gefreut, weil es etwas ganz anderes ist einen Kurzroman zu schreiben. Diese Herausforderung habe ich gerne angenommen und es hat sehr viel Spaß gemacht „Ewig und eine Stunde“ zu schreiben - und dann noch mit meinen Illustrationen. *freu*

„Gefrorenes Herz“ ist ein Jugendthriller (im.press) – welche Passagen waren schwer und welche leicht zu schreiben?
Hm, schwierige Frage. Ich tu mich grundsätzlich immer schwer, den Mittelteil eines Buches zu schreiben, weil dann die erste Anfangseuphorie abflaut und die ersten Zweifel auftauchen, ob es wirklich gut genug ist. Das hat aber nichts mit den Szenen oder dem Inhalt zu tun. Bei Gefrorenes Herz war es allerdings sehr emotional, oder auch gruselig und so gab es Schreibnächste, in denen ich so in dieser Gruselatmosphäre gefangen war, dass ich bei dem kleinsten Geräusch erschrak und mich nicht einmal mehr alleine aufs Klo traute *g* Kurz gesagt: Es flossen reichlich Tränen während des Schreibens und ich habe mich gefreut (okay, das klingt jetzt eigenartig, aber es ist so), dass es vielen Lesern nicht anders erging.

Phoenicrus – Trilogie. Wie würdest du die einzelnen Bände je in nur einem Satz beschreiben?
Puh! Das ist richtig, richtig schwer. Ich mache das anders und schreibe dir zu jedem Buch den ersten Abschnitt, Deal?

PHOENICRUS 1: Bereits als ich aus dem Haus trete und den Morgenhimmel betrachte, trifft mich die Erkenntnis dieses jungen Tages: Wer auch immer den Satz Morgenstund hat Gold im Mund erfunden hat, ist ein echtes Arschgesicht und gehört geknebelt, gefesselt und gevierteilt!

PHOENICRUS 2: Das Glas vor ihren Augen wirkt milchig. Nicht des Schmutzes, sondern seines Alters wegen. Feine Risse zerkratzen die sonst so glatte Oberfläche des Fensters und trüben die Sicht. Es ist früh am Morgen, aber Yosephine ist schon vor den ersten Sonnenstrahlen aufgestanden.

PHOENICRUS 3: Wenn ihr kommt, Schwarze Engel, dann bin ich darauf gefasst. Wenn ihr kommt, dann bin ich bereit und kämpfe. 
Ich kämpfe für dich, Yosephine!
Das ist mein letzter Gedanke, bevor ich atemlos auf das Haus zustürme.


Neben deinen Romanen schreibst du auch Kurzgeschichten – bisher hast du drei veröffentlicht. Beim Wölfchen Verlag erschien deine Kurzgeschichte „Weil wir Mädchen sind“. Wie war es diese Kurzgeschichte zu schreiben?
Bevor ich den Schritt aus dem stillen Schreibkämmerchen gewagt habe, gab es eine Zeit, in der ich für mich kleine Anekdoten aus meinem Leben aufgeschrieben hatte. Die Idee zu „Weil wir Mädchen sind“ hat den Ursprung in einer solchen Anekdote, aber es war nur der zündende Funken und hat nichts mehr damit gemeinsam. Eine Kurzgeschichte zu schreiben ist ziemlich komplex. Sie muss von der ersten Zeile an mitreißen, begeistern und den Leser von Beginn an mitnehmen. In den wenigen Zeilen, die einem zur Verfügung stehen, eine ganze Geschichte erzählen, so dass er am Ende zufrieden ist, besten Fall noch ein wenig darüber nachdenkt. Das ist eine Herausforderung, die ich zwischendurch sehr mag und so wird es auch bald wieder eine Kurzgeschichte von mir zu lesen geben. Sie erscheint im Machandel Verlag und wird teuflisch guuuut ^^

Wie kamst du auf die Idee von Plampi, welcher im Merquana Verlag erschien?
Hach, Plampi 


Plampi war eine Advent-Geschichten-Idee. Ich wollte den Lesern ein kleines Dankeschön präsentieren und dies in Bild und Textform, auf das sie sich jeden Tag freuen konnten. Die Leserschaft wuchs von Tag zu Tag und so kam relativ kurz darauf die Frage auf, ob es nicht ein ganzes Buch zu Plampi geben könnte. Es ergab sich, dass Melanie (die Verlegerin vom Merquana Verlag) gerade zu diesem Zeitpunkt ihren Verlag gründete und so starten wir quasi gemeinsam unsere ersten Gehversuche - ich als Autorin und sie als Verlegerin. Es folgten noch zwei weitere Plampi-Bücher und ich habe den Plampi-Moment ins Leben gerufen, über den sich die Plampi-Fans immer sehr freuen.


Schreibst du momentan an neuen Projekten? Was kannst du uns schon verraten?
Tatsächlich habe ich schon ein Projekt geplant, das nach PHOENICRUS 3 folgen wird. Also eigentlich sind es sogar zwei. Das eine wird wieder einmal ein Jugendthriller, mit dem ich eigentlich vor zwei Jahren gestartet habe (Arbeitstitel: Verfluchtes Herz – und nein, hat nichts mit „Gefrorenes Herz“ zu tun, das ist purer Zufall, dass der Verlag meinem ersten Jugendthriller einen sehr ähnlichen Titel verpasst hat *g*) und das andere ist eine Idee zu einem Urban-Fantasy Roman (Arbeitstitel: M.A.L.I.V. – mein altes Leben ist vorbei), bei welchem ich mich erst mal um Exposé und Leseprobe kümmern muss, aber es kribbelt schon gewaltig unter den Fingernägeln.

Bei so vielen Büchern, hast du schon einige Charaktere erschaffen. Sind alle rein in deiner Fantasie erschaffen oder entspringen manche realen Personen aus deinem Umfeld?
Nein, das mache ich ganz bewusst nicht. Vielleicht finden sich gewisse (nervigen) Eigenschaften in einem Charakter wieder, aber selbst das ergibt sich einfach während des Schreibprozesses und ist keiner bestimmten Person angelehnt.

Was sagen deine Familie und Freunde dazu, dass du Bücher schreibst? 
Ich hatte das Glück, mit dem Gefühl aufzuwachsen, dass man das im Leben tun soll, was einen glücklich macht. Und so stehen auch meine Familie und meine Freunde heute zu mir. Sie finden es toll, spornen mich an, unterstützen mich, wo sie können und hören mir zu, wenn ich irgendwo nicht weiterkomme. Meine Zwillingsschwester macht mir jeweils das ganze Layout für die Lesezeichen und Flyer und gestaltet mir alles, was ich an Marketingmaterial brauche – es könnte also nicht besser sein!

Wer ist dein größter Kritiker?
Ähm .. *hüstel* … vermutlich ich selbst ;)

Wie sieht dein Arbeitsplatz aus? Zeigst du uns ein Foto?
Lach! Mit einem Wort: Chaotisch!


Dein Schreiballtag – wie sieht er aus? Schreibst du täglich an deinen Geschichten?
Da das Schreiben eine sehr flexible Angelegenheit ist, gibt es sowas wie einen geregelten Alltag bei mir kaum noch. Ich schreibe dann, wenn ich Zeit habe. Und ich habe grundsätzlich immer mein Notizbuch dabei, so kann ich jederzeit meine Ideen reinkritzeln.



Bücher brauchen Zeit.
Wie lange brauchst du von der Idee bis zum fertigen Manuskript?
Das ist ganz unterschiedlich. Aber ich würde mich selber nicht als Schnellschreiberin bezeichnen. Okay, Plampi schaffe ich vielleicht eher in kürzerer Zeit, aber an einem Jugendbuch sitze ich mehrere Monate, wenn nicht sogar Jahre. Bei Gefrorenes Herz waren das von der Idee bis zum fertigen Roman 2 Jahre. Die PHOENICRUS begleitet mich schon ganze vier bis fünf Jahre.


Wie beschreibt dich deine Familie in nur drei Worten? 
Ich glaube, da kommt es sehr drauf an, wen man befragt.
Das schwankt von: Tolerant, liebevoll und aufopfernd, zu gut gelaunt, kaffeesüchtig, Nachteule, Leseratte und Serien-Junkie. Ach, das ist natürlich noch längst nicht alles, aber du siehst, dass es schwierig ist, mich auf drei Worte zu begrenzen ;)

Wie würdest du dich in drei Worten beschreiben?
Fröhlich, chaotisch, fantasievoll.
Dein Lieblings:
Buch: Alle sieben Wellen, Der Gefangene von Askaban (HP Bd 3), Edelstein-Trilogie
Film: Sterben für Anfänger, Julie & Julia, The Holiday. Sonst eher Serien … Gilmore Girls, Mord ist ihr Hobby
Musik: queerbeet  Es passt sich immer dem aktuellen Schreibprojekt an. Bei den Phoenicrus ist das definitiv die Musik von Sunrise Avenue.
Genre: Fantasy, Jugendbücher und Thriller
Farbe: Von Pink, über Lila, zu Blau und Türkis

Das Schreiben nimmt viel Zeit in Anspruch. Hast du überhaupt noch Zeit, um selbst zu lesen? 
Momentan ist die Zeit zum Lesen leider etwas eingeschränkt, dabei warten so viele tolle Bücher auf mich. Dafür komme ich häufig in den Genuss als Beta-Leserin vorab einige Manuskripte zu genießen, was ich sehr schön finde.

Wie sieht dein Bücherregal aus? Welches Genre finden wir am meisten darin?
Genauso, wie das beschriebene Genre. Da stehen Krimis und Thrillers, viel Fantasy und Jugendbücher.


Wie war das Gefühl, nachdem du dein erstes eigenes Buch veröffentlicht hast? Erinnerst du dich noch daran?
Hach, das kann man gar nicht in Worte fassen. Bei Plampi bin ich jeden Tag zum Briefkasten gerannt und hab den Postboten abgefangen, damit ich die Lieferung mit den Taschenbüchern auf keinen Fall verpasse. Und als er dann endlich angekommen ist, saß ich sicher ein paar Minuten (okay, vermutlich waren es nur Sekunden) vor dem geöffneten Paket, bis ich das erste Buch in die Hand nahm, um daran zu schnuppern.
Beim ersten Jugendbuch (Gefrorenes Herz) war ich so schrecklich nervös, dass ich bis um Mitternacht kein Auge zu tun konnte, um meine Aurelia (Protagonistin aus Gefrorenes Herz) in der Bücherwelt willkommen zu heißen und ihr viel Glück zu wünschen.

Hast du ein Lebensmotto?
Mein neustes Lebensmotto lautet: Willst du glücklich sein, dann sei es! 
Als ich neulich in einem kleinen Krimskrams Geschäft war, hab ich mir dieses Motto als Magnet gekauft.


Zum Schluss.
Welche Schreibtipps hast du für uns?
Man wird mit jeder geschriebenen Kurzgeschichte und jedem getippten Buch besser. Also einfach schreiben, schreiben, schreiben und lesen, lesen, lesen 

Ich bedanke mich für das tolle Interview, liebe Nenya! Es hat mir sehr Spaß gemacht!


Info's:
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